Am Workshop von 4aqua am 20. März hielt Jürg Meyer, ehem. Präsident VSA, ein Referat zur Reduktion von Nährstoffverlusten. Er erklärte, weshalb nicht allein Abwasserfachleute Verantwortung übernehmen können, sondern auch die Politik und Landwirtschaft gefordert sind.
Reduktion_Nährstoffverluste_4aqua_JM
Trotz Massnahmen: Stickstoffbelastung bleibt hoch
Seitens der Landwirtschaft gab es keine signifikante Reduktion der Stickstoffbelastung in den letzten 25 Jahren. Die Schweizer Landwirtschaft weist in Bezug auf geltendes Umweltrecht und im europäischen Vergleich weiterhin zu hohe Stickstoffüberschüsse auf, mit negativen Folgen für Grundwasser und Lebensmittelqualität.
Wenn der Wille fehlt: Wie die Politik einknickte
ARAs optimieren – aber das allein reicht nicht
Fachleute aus der Abwasserbranche unterstützen die Optimierung der Stickstoffelimination in ARAs, weisen aber darauf hin, dass dies nur einen begrenzten Effekt auf die Nitratwerte im Grundwasser und im Trinkwasser haben wird. Der weitaus grössere Anteil der Stickstoffeinträge ins Grundwasser stammt aus der Landwirtschaft, doch es fehlt weiterhin der politische Wille, hier verbindliche Reduktionsmassnahmen durchzusetzen.
Um das Trinkwasser zu schützen, ist ein gemeinsames Engagement von Fachverbänden wie 4aqua, VSA, svgw und weiteren Akteuren wie Komsumentenorganisationen notwendig. Neben politischer Lobbyarbeit sind wirtschaftliche und kostenbezogene Analysen erforderlich, um nachhaltige Lösungen zu fördern. Das Ziel bleibt klar: Für sauberes Wasser müssen alle Beteiligten – Abwasserfachleute, Landwirte und Landwirtinnen sowie die Politik – Verantwortung übernehmen und konkrete Massnahmen umsetzen.